Kinder- und Jugendprojekt Piatra Fintinele
Aktuelles Das Projekt So helfen Sie Fintinele ganz persönlich Fotogalerien Kontakt

Neues aus Fintinele

04. Oktober 2007

Tagebuch: Der Baum macht schlürf und hui, 2. Tag

Neue Erlebnisse in den Karpaten: Robert Mueller (Mitte) bei einem Spiel, mit dem das Netzwerk zwischen Baeumen und Tieren dargestellt wird.

Der Baum, das unbekannte Wesen

Von einer kleinen Lichtung mitten im Bergwald bei Poiana Negri ist deutlich ein lautes „Schlürf“ zu hören, unterbrochen von quiekenden „Huis“, genießerische „Mmmhs“ und verärgerten „Grrrs“. Und zwischendurch ist auch das Gekicher rumänischer und deutscher Jugendlicher zu erkennen. Der Urheber dieser ungewöhnliche Geräuschkulisse heißt Robert Müller, ist Forstwirtschaftsmeister am Walderlebniszentrum Tennenlohe bei Erlangen und zum zweiten Mal bei einer Aufforstungsaktion des Kinder- und Jugendprojektes Piatra mit dabei.

„Lebendiger Baum“ heißt das Spiel, das er am zweiten Tag der Baumpflanzaktion mit einem Teil der Jugendliche spielt. Lächelnd steht der Franke neben den Jugendlichen, die er stehend, sitzend und lieged zu einem Baum angeordnet hat: Stamm, Bast, Rinde, Pfahl- und Haarwurzeln – immer drei oder vier Jugendliche bilden einen Teil des Ökosystems Baum. „Ihr seid die Haarwurzeln, das kräftigste Pumpwerk der Welt, und pumpt Wasser in den Baum und macht dabei schlürf“, gibt Müller nach und nach an jeden Teil seine Anweisungen – bis irgendwann ein lautes Schlürf-Mmmh-Grrr-Hui die Lichtung erfüllt.

Egal, ob Müller die Jugendlichen mit verbundenen Augen Bäume ertasten lässt, sie als Eichhörnchen Wintervorräte anlegen müssen oder mit einem Wollknäuel die engen Beziehungen der Bäume zu den Tieren des Waldes darstellt – die Spiele kommen bei den rumänischen und deutschen Jugendlichen nach anfänglichem Zögern gut an. Plötzlich ist der Wald nicht mehr einfach nur da, er bekommt eine Bedeutung als Erholungsraum, Umweltschutzfaktor oder Erwerbsquelle – den man vielleicht nicht bei der nächsten besten Gelegenheit gedankenlos abholzt oder vergiftet.

Grundstein gelegt

„Als ich von einem Freund von dem Projekt Piatra erfahre habe, habe ich sofort gewusst, dass ich da hin muss“, erinnert sich Robert Müller. Im Mai kam er zum ersten Mal nach Fintinele und pflanzte mit Jugendliche Bäume auf abgeholzten Berghängen. Jetzt ist er wieder gekommen und mit ganzem Herzen bei der Sache. „In Sachen Waldpädagogik“, so der Fachmann, der in Tennelohe regelmäßig mit Jugendlichen und Kindern den Wald zum Erlebnis macht, „könnte man in Rumänie so viel machen.“ Immerhin: Der Grundstein für weitere derartige Aktivitäten ist gelegt – ebenso wie auf dem Berghang, den die rumänischen und deutsche Jugendlichen aufforsten: Am zweiten Tag der Aktion sind bereits 6000 von geplanten 10.000 Bäumchen gepflanzt.

Fotos: Armin Jelenik - Text: Armin Jelenik

Impressum Technische Hinweise Rechtliche Hinweise (c) freudenfeuer e.V. 2006